Startschuss in ein neues Kapitel

Vor einem Jahr bin ich aufgewacht und es hat geschneit. Am 1. April. Danke Merkel. Heute zeigt das Thermometer 20 Grad an, ich sitze das erste Mal in diesem Jahr mit kurzer Hose draußen und versuche, mich durch die Sonne nicht vom Arbeiten abhalten zu lassen.

Es ist ausgerechnet ein Samstag, an dem ich das neue Kapitel »Selbständigkeit« aufschlage. Der FCC hat erst morgen das vorentscheidende Spiel zur Meisterschaft, also gibt es heute keine Ausreden, nicht fleißig zu sein. Den Anfang macht dieser Blogeintrag. Der erste, einer hoffentlich regelmäßigen Serie.

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Ein gutes Omen?

Es ist ein herrlicher Samstag. Fast schon wie Sommer. Das erinnert mich an »Just Summer«, eines meiner ersten großen Projekte.

Filme habe ich schon immer gerne gedreht. Angefangen hat das mit einem Video, dass ich von der Hochzeit meines Onkels gemacht habe. Eigentlich war es nur eine im guten alten Windows Media Player zusammengeschusterte Diashow mit ein paar Texteinblendungen und etwas Musik. Damals hat es so gefallen, dass mir meine Tante ein Praktikumsplatz in einer Filmagentur organisiert hat.

In den Sommerferien habe ich dort eine Woche am Schnittplatz verbracht und einen ersten Eindruck in professionelle TV Produktionen bekommen. Seitdem wusste ich, dass ich eine Ausbildung zum Mediengestalter machen will. Damals war es noch die Fachrichtung Bild und Ton.

Aber bis dahin musste ich noch ein paar Jahre in der Schule verbringen. Aber Filme habe ich trotzdem gedreht. Es gab des Öfteren die Möglichkeit, sich für Schulprojekte kreativ auszutoben. Mal war es eine TV Sendung zum Thema »Literatur im Exil« (sogar mit Greenscreen und CGI Studio), mal eine Dokumentation über eine Projektwoche. Für ein Englischprojekt haben wir das Musikvideo zu Nickelbacks »Rockstar« mit Schülern und Lehrern nachgedreht und für den Deutschunterricht zum Thema Klassische Literatur haben wir unter widrigsten Bedingungen einen Filmtrailer erstellt.

 

Home Sweet Home

Stellt sich die Frage: Wo kann man eine Ausbildung in der Filmbranche machen? Klar, in erster Linie in einer dieser Metropolen. Aber wie singen Kraftklub so schön? »Ich will nicht nach Berlin!« Auf mich trifft das auch zu. So wie auf alle anderen Großstädte auch. Ja oke, Jena ist statistisch eine Großstadt, aber sie ist anders. Hier ist alles klein genug, um entspannt mit dem Rad zu fahren und es gibt auch nicht so riesige anonyme Menschenmassen.

Mich hat es bisher noch nie langfristig aus Jena weggezogen (abgesehen von Urlaub). Deshalb wollte ich gerne etwas hier in der Nähe finden. Ich habe mich dazu entschieden erst einmal ein Jahr Praktikum zu machen. Nach 13 Jahren Schule hatte ich keinen Bock mehr auf Schulbank drücken und lernen. Erst mal etwas Praktisches mit Perspektive machen. Deshalb habe ich auch nie ernsthaft über ein Studium nachgedacht 😉

Diese ganze Medienbranche ist bis auf E-Commerce in Jena aber nicht wirklich vorhanden. Es gibt ein paar wenige Optionen, das wars aber auch schon. Umso glücklicher war ich, als ich einen Praktikumsplatz bei der B2B Agentur ART-KON-TOR bekommen habe. Und wie sich herausstellte, macht die Arbeit in so einer Agentur auch echt Spaß.

Während dieser Zeit ist auch »Just Summer« entstanden. Und das war echt heftig. Ich habe gemerkt, dass Filme machen zwar echt eine tolle Arbeit ist, ich diese aber nicht mein Leben lang machen möchte. Da fand ich die kürzeren Projekte in einer Agentur antreibender. Also habe ich mich nach einem Jahr Praktikum auf einen Ausbildungsplatz zum Mediengestalter beworben. Allerdings in der Richtung Digital/Print.

Den bekam ich und hab drei Jahre später meinen Abschluss gemacht. Inklusive Gautschen. Nach zwei Jahren Festanstellung bin ich dann aber an einen Punkt gekommen, an dem ich Abwechslung und neue Herausforderungen brauchte.

Da ich den Agenturalltag mit seinen unterschiedlichen Kundenprojekten sehr zu schätzen gelernt habe, wollte ich diese abwechslungsreiche Arbeit gerne beibehalten. Mangels Alternativen in Jena, blieb für mich aber nur eine Option– die Selbständigkeit.

 

Auf eigenen Füßen stehen

Selbstbestimmtes Arbeiten, keine festgelegten Arbeitszeiten und nur Projekte, auf die man auch Bock hat. Klingt doch eigentlich ganz gut. Natürlich bin ich nicht so naiv und denke, dass es von Anfang an genau so läuft. Aber ich glaube, irgendwann kann es das.

Es war schon immer mein Ziel, selbständig zu sein. Vielleicht als Chef meiner eigenen Agentur um ordentlich Kohle zu scheffeln. Das funktioniert ja in der Designbranche und vor allem im Osten ohne Probleme. Naja, irgendwann vielleicht.

Aber eins nach dem anderen. Jetzt bin ich erst einmal freiberuflich und biete mein geballtes Fachwissen den Höchstbietenden an. Kohle scheffeln und so…

Achja, wer jetzt auf ein »April, April!« gewartet hat- das ist kein Scherz. Ich bin jetzt selbständig.